Wie ihr den besten Tanzkurs für Eure Hochzeit findet (Teil 2 von 2)

Disclaimer: Die folgenden Darstellungen spiegeln ausschließlich meine persönliche Meinung wider. Diese beruht nur auf meinen persönlichen Erfahrungen, aus 21 Jahren in der Tanzszene, sowie deren subjektiven Wahrnehmung und Interpretation. Der nachfolgende Beitrag soll keinesfalls, als verallgemeinernd gewertet werden und sich auf alle Tanzschulen, Tanzlehrer, ADTV Tanzschulen oder ADTV Tanzlehrer beziehen. Es ist also möglich, dass es Tanzschulen gibt, auf den der nachfolgende Text inhaltlich in keinsterweise zutrifft. Außerdem bezieht sich dieser Beitrag hauptsächlich auf den Unterricht von den folgenden Tänzen. Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox, Quickstep, Samba, Cha Cha Cha, Rumba, Paso Doble, Jive und Discofox.

Willkommen zum zweiten Teil des Artikels. Falls ihr den ersten Teil noch nicht gelesen habt:

Wie ihr den besten Tanzkurs für eure Hochzeit findet (Teil 1 von 2)
 

Es gibt zwei Arten zu tanzen

Viele Anfänger wissen es gar nicht, aber, es gibt zwei unterschiedliche Arten zu tanzen. Man unterscheidet dabei zwischen „Gesellschaftstanz“ und „Tanzsport“ bzw. „Turniertanz“.
 

Was ist der Gesellschaftstanz?

Der Gesellschaftstanz ist eine Freizeitaktivität, die meistens aus gesundheitlichen, kulturellen und sozialen Gründen betrieben wird. Man trifft sich in einer Tanzschule zum Tanzkurs um sich gemeinsam zu bewegen, um mit seinem Tanzpartner und anderen Kursteilnehmern, auf verbaler und nonverbaler Ebene zu kommunizieren, mit dem Tanzen eine neue Fähigkeit zu erlernen und idealerweise eine schöne und entspannte Zeit zu haben. Der Spaß steht im Vordergrund. Der Anspruch an die Koordination des Körpers, die Körperhaltung, die Körperspannung und die physische Belastung sind, auch wenn es sich für den Anfänger noch anders anfühlen mag, relativ gering. Tanzschüler, die diese Art des Tanzens betreiben, nennt man Gesellschaftstänzer.
 

Was ist der Tanzsport bzw. der Turniertanz?

Der Turniertanz entstand aus dem Gesellschaftstanz, in dem man dem Ganzen noch eine Wettbewerbskomponente zuführte. Und wie man das aus der Menschheitsgeschichte kennt, wo Wettbewerb herrscht, da findet auch Fortschritt und Wachstum statt. Heute ist der Turniertanz ein Hochleistungssport. Die Ansprüche an Koordination, Athletik, Beweglichkeit und Kraftausdauer der Turniertänzer sind im Vergleich, zu den Anfangszeiten des Tanzsports gewaltig.
 

Was charakterisiert einen Tanzlehrer für Gesellschaftstanz aus?

Eine Tanzlehrin oder ein Tanzlehrer für Gesellschaftstänze, der eine „typische“ Tanzlehrerlaufbahn durchläuft, ist meistens jemand, der den Gesellschaftstanz einige Jahre lang als Hobby in einer Tanzschule betrieben hat. Sie oder er hat meistens alle Tanzkurse durchlaufen und war auch regelmäßig Gastdame oder Gastherr in den Tanzkursen mit zu wenigen Frauen oder Männern. Eventuell hat sie oder er auch schon der Tanzlehrerin oder dem Tanzlehrer assistiert. Die meisten Tanzschulen in Deutschland gehören dem ADTV (Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband) an. Außerdem gibt es noch den BDT (Bund Deutscher Tanzlehrer) und freie Tanzschulen, die keinem der beiden Verbände angehören.

Der zukünftige Tanzlehrer entscheidet sich also, sein Hobby zum Beruf zu machen. Also startet er eine dreijährige betriebliche Ausbildung, meistens über den ADTV in einer entsprechenden ADTV Tanzschule. Neben dem Tagesgeschäft, der zu einem großen Teil aus dem Leiten von Tanzkursen, aber, auch Bürotätigkeiten besteht, besucht der angehende Tanzlehrer bis zu dreimal in der Woche eine autorisierte Berufsausbildungsschule, wo sie oder er in Theorie und Praxis tänzerisch ausgebildet wird. Außerdem gibt es noch weitere außerbetriebliche Weiterbildungen und eine Abschlussprüfung. Hat man diese bestanden, darf man sich als ADTV Tanzlehrer bezeichnen.

Da ich am Anfang meiner tänzerischen Laufbahn, selber ein Praktikum in einer Tanzschule gemacht und später auch Tanzkurse in unterschiedlichen ADTV-Tanzschulen geleitet habe, habe ich sowohl den betrieblichen Ablauf, als auch den Unterricht in der Berufsschule aktiv miterlebt. Die tänzerische Fachausbildung ist natürlich um Einiges intensiver als das, was in einem Tanzkurs vermittelt wird und das auch zurecht. Die Auszubildenden lernen unter anderem offizielle Tanzfiguren, die sogenannten Basicfiguren, die Tanztechnik, die Musik, das Führen und Folgen und die damit einhergehenden Hand-, Arm- und Körperbewegungen. Nichts desto trotz, entwickeln sich die Tanzlehererazubis nicht zu Tanzsportlern. Man verlangt sogar von ihnen, sich nicht zu viel im Körper zu bewegen, um die Kunden nicht zu „verschrecken“. Sie bleiben somit also immer noch „Gesellschaftstänzer“.
 

Was charakterisiert einen erfolgreichen Turniertänzer?

Der Zusatz „erfolgreich“ ist sehr wichtig, denn wie in jeder Sportart gibt es stärkere und schwächere Teilnehmer und hier geht es natürlich um die, die es richtig draufhaben. Der Turniertänzer beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Tanzen selber, weil es

1. seine Leidenschaft ist, aber, natürlich auch, weil er sich
2. angetrieben durch seinen Ehrgeiz, bei Tanzturnieren, gegen seine Konkurrenz durchzusetzen möchte.

Während seines harten langjährigen Trainings, behandelt der Turniertänzer u.a. die gleichen Themen, wie der Tanzlehrer für Gesellschaftstänze, aber, viel intensiver. Außerdem beschäftigt er sich noch zusätzlich mit Ausdruck, lernt und entwickelt selber sehr vielfältige Tanzfiguren, arbeitet an Posen, Musikalität und natürlich auch an den physischen Komponenten wie Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Ein sehr wichtiges Thema für alle Tanzsportler ist u.a. die richtige Körperhaltung. Es gibt z.B. Drehungen, die ein hohes Maß an Balance erfordern, die nur durch eine gute Körperhaltung entstehen kann. Es reicht also nicht, nur zu wissen, wie eine anspruchsvolle Drehung geht. Man muss seinen Körper also auch in den richtigen „Zustand“ bringen, damit es funktionieren kann. Diesen Zustand muss man über einen längeren Zeitraum intensiv trainieren. Diese Trainingserfahrung machen gute Turniertänzer, im Gegensatz zu Gesellschaftstänzern, Tag für Tag. Für den Tanzunterricht heißt das, dass man jemandem nur das beibringen kann, was man wirklich verstanden hat. Die Wahrscheinlichkeit etwas wirklich zu verstehen ist viel höher, wenn man es selber gelernt und in der Praxis umgesetzt hat. Außerdem sollte der Lehrer auch verstehen, was die Gründe dafür sind, warum eine Sache funktioniert oder auch nicht.

So häuft ein Turniertänzer während seiner tänzerischen Laufbahn einen immer größer werdenden „Werkzeugkasten“ an Fähigkeiten an, mit den er sein eigenes Tanzen immer weiter verbessert. Diesen großen ,,Werkzeugkasten“ braucht er auch unbedingt in seinen Tanzkursen, weil es bei den Tanzschülern schier unendlich viele Fehlerquellen gibt, die

1. überhaupt gesehen und als Ursache dafür, dass ein Tanzschritt nicht gelingt identifiziert und
2. individuell verbessert werden müssen.

Bei mir persönlich war es dann irgendwann einfach soweit, dass ich die Lust verspürt hatte, mein Können und Wissen an andere weiterzugeben. Auch fühlte ich mich kompetent genug dazu. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt weder eine Ausbildung, noch ein Zertifikat oder eine Trainerlizenz, sondern nur meine praktische Tanzerfahrung. Meine potentiellen Auftraggeber konnten mich allerdings auch über meine Turnierstartklasse, es war die höchste Klasse(S-Klasse) ungefähr einordnen. Die Probestunden verliefen sehr gut und meine Tanzschüler waren sehr zufrieden.
Damit ihr seht, was einen Gesellschaftstanz von einem Turniertanz unterscheidet, habt ihr hier jeweils ein Beispiel für den Cha Cha Cha. Ich nehme beim Turniertanz extra eine Basic Performance im Trainingsoutfit, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht, allerdings muss man auch sagen, dass das Turnierpaar ein früheres Paar aus der Weltspitze ist. Vielleicht erkennt ja der eine oder andere Oxana Lebedew darauf, die Profitänzerin aus mehreren „Let´s Dance“ Staffeln.

 

Der perfekte Tanzlehrer für euren Hochzeitstanzkurs

Ok, jetzt wo die Vorteile klar auf der Hand liegen, wisst ihr schon mal, dass ihr euch euren Hochzeitstanz und natürlich auch alle anderen Tänze, am besten, von einem erfolgreichen Turniertänzer beibringen lassen solltet. Idealerweise, hat sie oder er in der S-Klasse, bzw. bei den Professionals getanzt. Aber, auch in der A-Klasse (der zweithöchsten Tanzklasse) gibt es durchaus gute Leute, vor allem wenn sie noch jung sind. Nicht umsonst setzen ADTV Tanzschulen in ihren Tanzkursen immer wieder auf Turniertänzer, obwohl diese gar keine Tanzlehrerausbildung abgeschlossen haben, genauso wie auch Let´s Dance auf Turniertänzer und nicht auf Tanzlehrer für Gesellschaftstanz setzt. Wie gesagt, hier geht es um Wahrscheinlichkeiten. Alle Merkmale, die ich oben beschrieben habe sind Indikatoren auf eine bessere, bzw. schlechtere Unterrichtsqualität, aber keine Garanten.  

 

Was ihr tun müsst, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, den perfekten Tanzlehrer für euren Hochzeitstanzkurs zu finden

Um die perfekte Tanzlehrerin oder den idealen Tanzlehrer für euren Hochzeitstanzkurs zu finden, solltet ihr gründlich im Internet recherchieren. Folgendes solltet ihr dabei tun. Geht auf die Homepage einer Tanzschule in eurer Nähe. In vielen Fällen gibt es da den Menüpunkt „Das Team“ oder ähnliches. Guckt euch die Profile der Teammitglieder einzeln an. Oft stehen da ihre Qualifikationen. Sollte da sowas wie, Tanzsport Trainer, Turniertänzer der A-Klasse, S-Klasse, Professionals oder irgendwelche größeren Titel stehen, ist es ein gutes Zeichen. Es gibt natürlich ebenfalls Turniertänzer, die neben der Tanzsportkarriere gleichzeitig auch eine ADTV-Tanzlehrerausbildung gemacht haben, was sicherlich nicht schadet. Natürlich ist es letztendlich eure eigene Entscheidung, aber, ich würde euch empfehlen, zu versuchen, in den Tanzkurs des ,,Turniertänzers“ reinzukommen.

Viele ehemalige Turniertänzer eröffnen später selber eine Tanzschule. Sie können, müssen, aber, nicht, einem Tanzlehrerverband angehören. Sollte die Inhaberin oder der Inhaber ein ehemaliger Turniertänzer sein, geht nach Möglichkeit in ihren/seinen Kurs. Außerdem könnte es gut sein, dass die anderen Tanzlehrer ebenfalls vom Wissen der „Chefin“ oder des „Chefs“ profitieren, wodurch auch die Qualität aller anderen Tanzkurse einer solchen Tanzschule steigen würde.  

 

Bewertungen geben auch einen guten Anhaltspunkt

An Bewertungen, z.B. bei Google oder bei anderen Bewertungsportalen könnt ihr euch natürlich ebenfalls informieren. Sie zeigen häufig einen guten Trend für, bzw. gegen eine Tanzschule. Vorallem kann man daraus auf den Kundenservice schließen, da die Tanzschüler spüren, wie engagiert und sympathisch die Mitarbeiter der Tanzschulen sind. Ich wäre allerdings vorsichtiger, was die Aussagen zur Fachkompetenz des Tanzlehrers angeht, weil da die Meinung der Tanzschüler sehr subjektiv und evtl. von der Sympathie zum jeweiligen Tanzlehrer positiv verzerrt wird. Außerdem haben die Kunden oft kein Vergleich, wenn sie nur diese eine Tanzschule, bzw. nur diese eine Tanzlehrerin oder Tanzlehrer kennen.  

 

Und wenn es keine solche Tanzschule in der Nähe gibt?

Die Welt des Tanzsports ist ziemlich klein und deshalb gibt es deutschlandweit auch nur wenige Turniertänzer, die erfolgreich in der Sonderklasse oder bei den Professionals tanzen oder getanzt haben. Viele von ihnen konnten wir für unser Team bei MyWeddingDancee.eu gewinnen. Aktuell (Stand Juni 2020), haben wir Tanzcoaches in über 50 deutschen Städten. Eure Chancen stehen also schon mal sehr gut, dass wir den perfekten Tanzlehrer auch ganz in eurer Nähe haben. Die meisten von ihnen geben zwar hauptsächlich Privatstunden, stehen, aber, auch für Tanzkurse in Gruppen für die Hochzeit selbstverständlich gerne zur Verfügung. Und wo ein Wille ist, da ist ja bekanntlich auch ein Weg. Falls ihr beispielsweise etwas Platz zu Hause oder im Garten habt oder einen Raum habt, den ihr nutzen könnt, könnt ihr einen privaten Hochzeitstanzkurs mit euren Liebsten und den Trauzeugen organisieren und den Tanzcoach sogar direkt zu euch nach Hause einladen. Natürlich können euch viele unserer Profitanzlehrer auch einen Tanzsaal zur Verfügung stellen. Oder, wenn doch kein Tanzlehrer in eurer Nähe sein sollte, geben viele von unseren Coaches auch Online-Tanzstunden. So muss heute niemand mehr auf einen gut vorbereiteten Hochzeitstanz verzichten.

Ich hoffe, dass ich euch damit helfen konnte, euren perfekten Tanzlehrer und somit auch den perfekten Tanzkurs für eure Hochzeit zu finden und verabschiede mich bis zum nächsten Mal. Für weitere Tipps, rund um den perfekten Hochzeitstanz, besucht unseren Blog  und unseren YouTube Channel, auf dem ihr auch einige der fertigen Hochzeitstänze unserer Paare anschauen könnt. 

Euer Roman Levitas

MyWeddingDance.eu